Kein Bargeld akzeptiert: Schriftsteller droht auf Bürgeramt mit Hungerstreik

Im Bürgeramt Pankow erlebt der Autor Christoph Brumme ein bürokratisches Drama: Weder Bargeld noch Kreditkarte werden akzeptiert. Erst nach Protest darf er seinen Pass bezahlen. Von Lorenz Maroldt und Margarethe Gallersdörfer.

Kein Bargeld akzeptiert: Schriftsteller droht auf Bürgeramt mit Hungerstreik
Foto: Tagesspiegel / Kai-Uwe Heinrich

Der Schriftsteller Christoph Brumme (u. a. „Ich habe Russland geliebt“) hat kürzlich beim Besuch des Bürgeramts Pankow „fast einen Herzinfarkt bekommen“ – dabei wollte er nur seinen neuen Pass bezahlen. Doch die ihm verfügbaren Zahlungsmittel („vom Papiergeld bis zur goldenen Karte“) wurden allesamt abgelehnt: Wegen „andauernder Bauarbeiten im Kassenbereich“ akzeptiert man hier ausschließlich die Girocard (EC). Brumme, der seit 2016 in der Ukraine lebt, war empört: „Wo bin ich? Wie bitte? Nur EC-Karten? Ich erinnere mich, die wurden hier früher aus Holz geschnitzt und auf Eselskarren durch Berlin gefahren. Aber so etwas habe ich nicht, ich komme aus einem modernen Land“, schrieb er später auf Facebook. Erst als Brumme mit einem Hungerstreik drohte und erklärte, er werde so lange sitzenbleiben, bis die Sachbearbeiterin eine andere Möglichkeit finde, ihn seinen Pass bezahlen zu lassen, kam Bewegung in die Sache: Eine herbeigerufene Vorgesetzte ließ ihn bar bezahlen – „ausnahmsweise!“. Brummes Fazit: „Wahnsinn im Frieden“.