Sanierung der Baumängel am Boulevard der Stars nicht mehr möglich

Zur Berlinale 2010 wurde die Hollywood-Kopie mit einem damals noch goldschimmernden Stern für Marlene Dietrich eingeweiht. Schon länger verrottet die Meile geradezu. Laut dem Bezirksamt Mitte wird sich das wohl nicht mehr ändern. Von Robert Ide und Isabella Klose.

Sanierung der Baumängel am Boulevard der Stars nicht mehr möglich
Foto: Imago / Achille Abboud

Vielleicht sieht die Stadt nicht mehr so viel Sinn im Schillernden. Ansonsten würden dem „Boulevard der Stars“ am Potsdamer Platz nicht so viele Zacken aus den Sternen fallen. Ramponiert verrottet die Hollywoodkopie auf der extra rot gepflasterten Mitte der Potsdamer Straße, die zur Berlinale 2010 mit einem damals noch golden schimmernden Stern für Marlene Dietrich eingeweiht worden war.

Bald wird der Versuch, dem bodenständigen Berlin etwas Weltglanz zu verleihen, wohl für immer verschwinden wie eine Sternschnuppe. „Ein Gutachten hat festgestellt, dass eine Sanierung der Baumängel nicht möglich ist“, schreibt das Bezirksamt Mitte auf Checkpoint-Anfrage.

Hier am Nicht-mehr-Sony-Center soll mittelfristig sowieso die Straßenbahn entlangfahren. Wie praktisch, dass sich schon lange niemand mehr um die verglühenden Sterne kümmert. „Die Boulevard der Stars GmbH, deren Aufgabe die inhaltliche Ausgestaltung der Tourismusattraktion war, ist liquidiert“, schreibt Julia Mösch vom Bezirksamt Mitte. „Mit der Liquidation ist eine inhaltliche Weiterentwicklung praktisch beendet worden.“

Künftig kümmert sich der Bezirk nur noch darum, die Fläche „in einem verkehrssicheren Zustand“ zu halten, also Stolperfallen im aufplatzenden Sterne-Pflaster einzuebnen. Dabei sei aber klar: „Derzeit sind keine Mittel für die grundhafte Erneuerung oder deren Planung vorgesehen.“ Sprich: Das ist nicht mal Kunst; das kann wirklich weg. Darauf ein letztes Sterni!