BVG-Streik

Gelegenheit zu überprüfen, wie gut geräumt wurde, gabs wegen des BVG-Streiks gestern genug. In Scharen stapften die Berliner trotz eisigster Kälte – und je nach Untergrund mehr oder weniger stabil – die Straßen entlang. An den Bahnhöfen wie der Friedrichstraße, wo dank Regio und S-Bahn noch Züge fuhren drängten sich die Fahrgäste dafür in derart dichten Kolonnen, dass aus den wenigen Metern von der S-Bahn zur Straße zehn Minuten Gehzeit wurden. Wenn doch mal eine Straßenbahn fuhr, dann wie zum Hohn der Nebenherstapfenden nur leere im Einsatz gegen vereiste Oberleitungen. Zumindest das mit Erfolg: „Bislang ging der Plan auf“, teilte die BVG am Montagabend mit. Am Dienstag soll der Fahrbetrieb „ohne größere Einschränkungen“ anlaufen.

Eiszeit herrscht auch zwischen BVG und Verdi. „Die BVG verurteilt die Eskalation der Gewerkschaft in Berlin im Windschatten bundesweiter Aktivitäten weiterhin scharf“, teilt das Unternehmen mit. Zugleich sei der Forderungskatalog der Gewerkschaft überladen. Alle Wünsche würden sich zusammen auf Kosten von 150 Millionen Euro jährlich summieren. Gerechtfertigt oder zu viel? Darüber können wir ab heute immerhin wieder nachdenken, wenn wir in Bus und Bahn sitzen.