Zu viele Krankmeldungen wegen Corona: Deutsche Post schafft Zustelltouren in Berlin-Moabit nicht mehr
Dass die Post nicht mehr jeden Tag kommt, ist fast schon normal. Doch in Moabit sind die Verzögerungen derzeit ungewöhnlich lang. Was sagt das Unternehmen dazu? Von Stefan Jacobs
„Hier in Moabit wird seit rund 10 Tagen keine Post mehr ausgeliefert“, schreibt CP-Leser Dietmar S. mit Verweis auf ähnliche Erfahrungsberichte von Nachbarn. Das Problem ist nicht neu, dieses Ausmaß wäre es allerdings. Ein Sprecher der Post teilt auf CP-Anfrage zunächst als „zentrales Anliegen“ mit, dass die Post Zusteller/innen suche. Man biete „sehr gute Arbeitsbedingungen, feste Arbeitszeiten, Tariflöhne und Sozialversicherung. Das Gehalt ist pünktlich am 15. eines jeden Monats auf dem Konto und der Arbeitsplatz ist krisensicher.“ Okay Post, und was ist in Moabit los? Coronabedingt sei der Krankenstand so hoch, das Zustelltouren umverteilt und „vereinzelt“ abgebrochen werden müssten. Die betroffenen Haushalte würden „erst verspätet an den Folgetagen“ beliefert. Es gebe punktuelle Probleme, aber keine langfristigen Brennpunkte. Man bitte um Entschuldigung. Aber lieber nicht per Post.
Oder sind die Zusteller zur PIN AG übergelaufen, die im Auftrag des Landes die Wahlunterlagen zustellt, was ja ebenfalls krisensicher ist und obendrein gerade boomt? Wie laufen die Vorbereitungen auf das Großereignis dort überhaupt? „Wir bereiten uns derzeit lediglich dahingehend auf eine mögliche Neuwahl in Berlin vor, indem wir den Entscheidungstermin (des Landesverfassungsgerichts, Anm. d. Red.) am 16. November abwarten“, teilt ein Sprecher mit.