Zum Unfall auf der Bundesallee

Wir machen weiter mit einer Nachricht, die in ihrer Gesamtheit schwer zu fassen ist. Am Montagmorgen hat ein Betonmischer auf der Bundesallee eine Radfahrerin überfahren. Den genauen Unfallhergang konnte die Polizei noch nicht rekonstruieren, doch klar ist: Die Frau wurde lebensgefährlich verletzt und unter dem Lkw eingeklemmt.

Um die Radfahrerin zu befreien, forderte die Feuerwehr ein spezielles Bergefahrzeug an. Dieses geriet jedoch auf dem Weg zur Unfallstelle auf der A100 in einen Stau – weil Klimaaktivist:innen sich an der Fahrbahn festgeklebt hatten. Der Wagen erreichte nur mit deutlicher Verspätung die Einsatzstelle. „Wir stehen jeden Tag im Stau“, sagt Einsatzleiter Rolf Erbe dem Tagesspiegel, „aber diese Verzögerung wäre vermeidbar gewesen“. Weshalb es keine Rettungsgasse gab, ist nicht klar.

Ab Montagmittag tobte die Politik: „Diese Blockierer:innen nehmen die Bevölkerung bewusst in Geiselhaft und die Gefahren in Kauf“, sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD). „Nun ist eingetreten, wovor wir immer gewarnt haben. Das Leben einer jungen Frau steht auf dem Spiel, weil Klimachaoten die Berliner Straßen blockieren“, so Frank Balzer, innenpolitischer Sprecher der CDU. „Hier muss das Strafmaß ausgeschöpft werden.“ Und die FDP forderte, Sammelklagen gegen die „Klimakleber“ zu etablieren.
Doch nicht nur die Radfahrerin wurde verletzt. Kurz nach dem Unfall rannte ein unbekannter Mann auf die Fahrbahn, der mit einem Messer auf den Lkw-Fahrer einstach. Der Täter konnte flüchten. Die Ermittlungen zu den Tathergängen dauern an – und es ist fraglich, ob es angemessen ist, aus den Ereignissen politisches Kapital zu schlagen.