Politische Autokorrektur wünschenswert

Mit der Political Correctness ist es an Stammtischen so eine Sache; und nach ein paar Gläsern an der Theke fällt es manchem schwer, das Wort „Korrektheit“ überhaupt korrekt auszusprechen. So ist es auch am Moritzplatz in Kreuzberg, wo die weithin sichtbare Kneipe „Zum kleinen Mohr“ umbenannt wurde in „Zum kleinen Moritz“. Der Wirt wollte sich nicht mehr den Vorwurf des Rassismus einschenken lassen wie zuletzt am 1. Mai von einem linken Flashzechmob. Doch womöglich wurde mit dem neuen Namen der nächste Ärger verzapft. Denn der Moritzplatz ist benannt nach Moritz von Oranien. Der war zwar kein Sklaven-, aber ein Kriegstreiber und hatte als Fürst im 16. und 17. Jahrhundert den schlechten Ruf eines „Frauenschänders“. Wann kommt endlich die politische Autokorrektur?