Referent von Innensenatorin Spranger greift Gesundheitssenatorin Gote an

Die queere Community ist frustriert: Viele wollen sich gegen Affenpocken impfen lassen, bekommen aber keine Termine. Jetzt erreicht das Problem auch Rot-Grün-Rot. Von Nina Breher

Referent von Innensenatorin Spranger greift Gesundheitssenatorin Gote an
Bereits am Christopher Street Day in Berlin am 23. Juli 2022 sind Forderungen nach Affenpocken-Impfdosen laut geworden. Foto: Emmanuele Contini/Imago

Berlin hat bisher 28 Prozent der Impfdosen erhalten, die Deutschland zur Verfügung hat (9500 von rund 45.000). Allerdings befinden sich rund 50 Prozent der Infizierten in der Hauptstadt (1418 von deutschlandweit 2839). 1900 zusätzliche Impfdosen hat der Bund am Freitag zugesagt. Laut Gesundheitsverwaltung sind bisher nur 4500 Impfungen verabreicht worden, wobei noch nicht alle Impfstellen Zahlen gemeldet haben. Die Differenz zu den 9500 könne damit erklärt werden, dass der Rest in den Praxen bereits verplant sei, zitiert mein Kollege Tillmann Warnecke die Gesundheitsverwaltung.

Die queere Community ist frustriert: Viele wollen sich impfen lassen, bekommen aber keine Termine. LSVD-Vorstandsmitglied Alfonso Pantisano wurde deutlich: „Der Berliner Gesundheitssenatorin Gote ist das Thema Affenpocken sowas von egal“, schrieb er auf Twitter. Brisant: Pantisano arbeitet selbst für die Berliner Landesregierung, als persönlicher Referent von Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Inneres sagte dem Checkpoint: „Es ist die persönliche Meinung von Herrn Pantisano, die er als Bundesvorstand des LSVD formuliert hat. Diese Meinung war mit der Innenverwaltung nicht abgestimmt.“ Zur Sache selbst äußere man sich nicht. „Die fachliche Zuständigkeit liegt bei der Senats-Gesundheitsverwaltung.“