Senat hat nicht-zertifizierte FFP2-Masken an Bezirke verteilt
Berlins Landesregierung hat den Bezirksämtern letztes Jahr zehntausende Schutzmasken ausgehändigt – allerdings weiß niemand, ob sie funktionstüchtig sind. Von Julius Betschka
Dubiose Lieferung: Der Berliner Senat hat 2020 FFP2-Masken an die Bezirke verteilt, „deren Funktionstüchtigkeit nicht geklärt werden konnte“. Das teilte die Gesundheitsverwaltung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Andreas Statzkowski mit. „Eine Abgabe erfolgte an die Bezirksämter unter der Maßgabe, diese Masken nur als Mund-Nase-Bedeckung (analog ‚Community-Maske‘) zu verwenden“, teilt die Verwaltung mit. Die entsprechenden Masken sollen aus Beständen des Bundes gekommen sein.
Auf die Frage, ob eine solche Abgabe überhaupt vertretbar sei, heißt es einige Sätze später: „Eine Abgabe von FFP2-Masken, deren Funktionstüchtigkeit, unabhängig vom Aufdruck, nicht nachgewiesen bzw. belegbar ist, ist aus Sicht des Senats, unter der Maßgabe, dass diese Masken zum Gebrauch als FFP2-Masken deklariert sind, nicht vertretbar.“ Soweit klar? Auf Checkpoint-Anfrage teilte der Bezirk Neukölln mit, bis zu 100.000 solcher Masken erhalten zu haben. In Steglitz-Zehlendorf wurden rund 6000 der nicht-zertifizierten Masken ausgegeben. In Tempelhof-Schöneberg war es „eine nicht mehr nachvollziehbare Menge“ – andere Bezirke waren nicht betroffen oder antworteten nicht.