Namensänderung nach Heirat: Am Kriminalgericht heißt der Stellvertreter jetzt wie sein Chef – was für Verwirrung sorgt

Miteinander verwandt sind Chef und Vize am Kriminalgericht nicht, tragen nun aber beide den Namen „Knispel“. Ein Umstand, an den sich erst noch viele Juristen gewöhnen müssen. Von Stefan Jacbos.

Namensänderung nach Heirat: Am Kriminalgericht heißt der Stellvertreter jetzt wie sein Chef – was für Verwirrung sorgt
Foto: IMAGO/Schöning

Am Kriminalgericht Moabit und insbesondere in der Abteilung für Mord und Totschlag gibt es naturgemäß wenig zu lachen, aber das hat sich jetzt geändert. Der stellvertretende Abteilungsleiter Martin Glage hat nämlich geheiratet und den Namen seiner Frau angenommen: Knispel. Nicht verwandt und nicht verschwägert mit dem Chef, dem aus Funk und Buchhandel („Rechtsstaat am Ende“) bekannten Oberstaatsanwalt Ralph Knispel. Herr Ex-Glage erschreckt jetzt also regelmäßig Gesprächspartner, indem er sich am Telefon mit „Knispel“ meldet. Dem Flurfunk zufolge haben auch Verteidiger vor einer Verhandlung eine Welle gemacht nach dem Motto, das Gericht wisse nicht einmal, wer Herr Knispel sei.

Das Schlusswort erhält Loriot: „Wir heißen alle Hoppenstedt!“ Und wenn Sie sich selbst ein Urteil über Martin Knispel bilden wollen: Im neuen True-Crime-Podcast „Tatort Berlin (erscheint Samstagfrüh) spricht er mit Katja Füchsel und Sebastian Leber über den Mord an der schwangeren Maria P., der auch für ihn ein einmaliger Fall war.