Zwei Mio. Euro jährlich: Land Berlin hilft Berlinale in der Not
Die Hauptstadt will das Überleben des strauchelnden Filmfestivals sichern – mit jährlich zwei Millionen Euro aus Landesmitteln. Außerdem soll es eine Überbrückungshilfe geben. Von Robert Ide
Vorhang auf für einen neuen Tag! Und der geht gut los mit Deutschlands derzeit eindringlichster Schauspielerin. Sandra Hüller hat nach den Hauptpreisen beim renommierten Filmfestival in Cannes sowie nach dem Europäischen Filmpreis nun auch den Preis der US-Kinokritik als beste Darstellerin gewonnen. Es könnte also nicht mehr lange dauern, bis Deutschland Anfang März wieder eine Oscar-Gewinnerin feiern kann. Weitaus glanzloser dürfte kurz zuvor jedoch die Berlinale über den Roten Teppich gehen. Das am Potsdamer Platz kaum noch präsente, vom Bund nur noch halbherzig geförderte und in eine Führungskrise gestürzte Festival muss den Neustart wohl berlinisch bodenständig schaffen und kann sich dabei wenigstens auf das alljährlich begeisterte Publikum verlassen.
Heute immerhin wird eine neue Festivalleitung präsentiert, nachdem die alte vergrault worden war. Für die weniger werdenden Filme und Reihen des weltweit größten Publikumsfestivals gibt es außerdem noch Hilfe von der Stadt Berlin. Zwei Millionen Euro jährlich aus Landesmitteln sollen künftig das Überleben sichern helfen, so steht es zumindest im Haushaltsplan, der am Donnerstag verabschiedet werden soll. Nach Checkpoint-Informationen aus Filmkreisen soll es zusätzlich eine Überbrückungshilfe von der Lottostiftung geben, demnach soll schon eine erste Tranche bewilligt worden sein. Und vielleicht schaut ja im Februar wieder Sandra Hüller bei der Berlinale vorbei und lässt ein wenig von ihrem Glanz kostenlos da.