Clärchens Ballhaus ist zu – „geschwooft“ wird trotzdem

Es war „ein rauschendes Fest“, beschreibt DJane Clärchen den Abschiedstanz in Mittes traditionellem Ballhaus. Sie will weiter auflegen. Von Robert Ide

Clärchens Ballhaus ist zu – „geschwooft“ wird trotzdem
Foto: Kai-Uwe Heinrich

auch beschwingt geschlafen? Oder wenigstens beswingt aufgewacht? Dann starten wir hier taktvoll mit einer guten Nachricht aus der Nachtschicht: Berlin schwooft, auch wenn’s nicht looft. Mag sein, dass mit „Clärchens Ballhaus“ die Stadt ihre schwungvolle Seele verloren hat. Nach dem letzten Tanz am Wochenende mitten in Mitte (Reportage hier) wird nun renoviert und gebangt um den traditionellsten und originellsten Tanzboden. Die Muckemacher des legendären „Schwoof“ immerhin ziehen um die Ecke neue Saiten auf. Im Ballhaus Berlin an der Chausseestraße, ebenfalls berlinisch runtergerockt und noch mit funktionierenden Tischtelefonen aus analogen Flirtzeiten verdrahtet, spielen künftig DJane Clärchen und die Ballhaus Band auf. „Berlin ohne Schwoof, das kann man sich einfach nicht vorstellen“, sagt DJane Clärchen, die eigentlich Heide heißt. „Der Abschiedstanz in Clärchens war ein rauschendes Fest, der blanke Wahnsinn.“ Nun will sie ab 24. Januar mit den gleichen Platten woanders Scheibe spielen. Damit Berlins Seele in Schwung bleibt.