„Berlin hat ein Problem mit Undertourism“: Ist die Stadt zu dreckig für Touristen?
Das italienische Portofino führt drastische Regeln für Touristen ein. In Berlin dagegen fehlt es eher an Besuchern – und vor allem an Sauberkeit, meint Tourismuschef Kieker. Von Anke Myrrhe und Ann-Kathrin Hipp.
Berlin ist urlaubsreif, da blicken wir doch gleich mal nach Bella Italia (immer eine Reise wert). Doch Attenzione! Wie man Touristen den Urlaub schwer macht, zeigt das (kleine und malerische) Städtchen Portofino. Seit vergangener Woche darf man hier nicht mehr betteln, barfuß oder in Badekleidung durch den Ort flanieren, Alkohol auf öffentlichen Straßen konsumieren, sich mit Koffern, Picknick-Ausrüstung und Musikboxen an öffentlichen Plätzen aufhalten oderauf Straßen, Mauern, Gehwegen und in Parks sitzen (und schon gar nicht liegen!). „Ruhe und Erholung von Einwohnern und Touristen“ sollen so geschützt werden. Bei Verstoß drohen Bußgelder von bis zu 500 Euro. Auch eine Idee für das große (und vielleicht nicht ganz so malerische) Berlin?
„Berlin hat ein Problem mit Undertourism, nicht mit Overtourism“, sagt der oberste Tourismusbeauftragte der Stadt, Burkhard Kieker dem Checkpoint. „Da fehlt im Moment was.“ Probleme sieht er unter anderen bei Ordnung und Sauberkeit. Während Portofino grundsätzlich „wie aus dem Ei gepellt“ aussehe, entstehe hier „insgesamt der Eindruck, dass die Stadt nicht instandgehalten wird“. Mit besonderen Grüßen an Friedrichshain-Kreuzberg: Es wäre schön, wenn der Fahrradweg am Halleschen Ufer „irgendwann mal freigeschnitten“ würde. Was denken Sie?