Post-Corona Berlinale : Hat das Berliner Filmfestival eine Zukunft am Potsdamer Platz?

Geschäftsführerin Rissenbeek sieht den Berlinale-Palast am Potsdamer Platz weiterhin als „Herzstück“, will gleichzeitig aber auch städtisch expandieren. Von Robert Ide.

Post-Corona Berlinale : Hat das Berliner Filmfestival eine Zukunft am Potsdamer Platz?
Foto: Imago/Imagebroker

Auf der Berlinale waren gerade erst zwei Filme zu sehen, die das Leid der Menschen in der Ost-Ukraine in dystopischen Bildern beschreiben (Einblick hier). Auch das Filmfestival selbst, das gerade mit seiner pandemischen Ausgabe seinen eigenen Überlebenswillen unter Beweis gestellt hat, sucht in alter städtischer Gegenwart nach einer neuen Zukunft. Im Sony Center wird ein Kino begraben, die Potsdamer Platz Arcaden sind als Baustelle verriegelt und verrammelt. Will die Berlinale am Potsdamer Platz überhaupt eine Zukunft haben? Die Antwort der Festivalmacher darauf ist eindeutig uneindeutig.

„Der Berlinale-Palast am Potsdamer Platz bleibt auch in den nächsten Jahren das Herzstück des Festivals. Und wenn ab dem Spätsommer die Arkaden in neuem Gewand und mit einem großen Foodcourt wiedereröffnen, wird man sicherlich wieder nach einer Filmpremiere ein Glas Wein in einer belebten Atmosphäre trinken können“, sagt Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek auf Checkpoint-Nachfrage. Gleichzeitig habe man dieses Jahr verstärkt auf Präsenz in anderen Stadtteilen gesetzt. Rissenbeek dazu: „Wir werden das auch künftig tun, um die Berlinale weiter in die Stadt hineinzutragen.“ Wenn Corona das Tagesgeschehen nicht mehr dominiere, erwarte man „eine Berlinale 2023 mit vielen schönen Begegnungen und einem tollen Festivalfeeling“. Nur der Berliner Winter wird wie immer ohne Einladung kommen.