Das sind die Lieblingswürste der Politik
In diesem Wahlkampf geht es um die Wurst – wohl buchstäblich. Der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie hat Politiker nach ihren Vorlieben gefragt. Von Lorenz Maroldt
Trigger-Warnung: Gleich die erste Meldung könnte Ihnen heute auf den Magen schlagen. Achtung: Vor allem Vegetarier und Veganer sollten weiträumig drumherum gurken.
Ready? Gut gefrühstückt? Ok, dann los: Der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie (Produktion: bis zu 1,5 Millionen Tonnen Klopse & Co. jährlich) hat für die aktuelle Ausgabe seiner „Genusslandkarte“ Politiker nach ihrer „Lieblingswurst“ gefragt – und bekam zehn Antworten plus Werbeblöcken sowie einige hemmungs- oder ahnungslose Qualitätserklärungen, die wir im Folgenden dokumentieren:
Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU): „In Rheinland-Pfalz halten wir den Pfälzer Spezialitäten wie der Leberwurst die Treue.“
Staatsministerin Dorothee Bär (CSU): „Mein Favorit ist der fränkische Presssack.“
Staatssekretär Stephan Mayer (CSU): „Die Weißwurst. Zudem denke ich an die alteingesessenen familiengeführten Metzgereien in meinem Heimatwahlkreis, die für Qualität stehen. Ein Beispiel hierfür ist die Metzgerei Magg, die seit der Firmengründung im Jahre 1965 als Familienunternehmen besteht und sich klar der Qualität verpflichtet.“
MdB Silvia Breher (CDU): „Wurstebrot mit Götte. Die Fleischwarenindustrie steht für qualitativ hochwertige und weltweit nachgefragte Fleisch- und Wurstspezialitäten.“
Ex-Innenminister und MdB Hans-Peter Friedrich (CSU): „Die Hofer Rindfleischwurst. In Deutschland setzen wir bei der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung seit jeher auf Sicherheit und Qualität.“
MdB Rainer Spiering (SPD): „Wurstbrei mit Bratkartoffeln und Roter Beete.“
MdB Alois Gehrig (CSU): „Odenwälder Schwartenmagen.“
MdB Karl-Heinz Brunner (SPD): „Weißwurst. Für mich ist Wurstware immer mit der Metzgerei Maucher in Illertissen verbunden. Hier gibt es regionale Produkte von bester Qualität.“
MdB Friedrich Ostendorff (Grüne): „Panhas, das ist das Ergebnis der Resteverwertung bei der Wurstherstellung. Traditionell wird der in Scheiben gebratene Panhas im Münsterland mit Rübenkraut, Schwarzbrot und gebratenen Apfelscheiben gegessen.“
MdB Markus Tressel (Grünen): „Die Lyonerpfanne mit Bratkartoffeln, einem Spiegelei oben drauf und einem schönen grünen Salat dazu, das ist nach wie vor unschlagbar.“
Hm… und wir dachten immer, der Spruch, dass es im Wahlkampf um die Wurst geht, sei nur rhetorisch gemeint.