Weniger als die Hälfte der Berliner Klassenräume haben einen Luftfilter

6.700 Filtergeräte sind laut der Bildungsverwaltung bereits geliefert worden – für 14,6 Millionen Euro. Doch nicht in jeden Klassenraum gehöre eines, hieß es. Von Anke Myrrhe

Weniger als die Hälfte der Berliner Klassenräume haben einen Luftfilter
Manche Schulen, wie hier die Walter-Gropius-Schule in Berlin-Neukölln, hatten die Luftreinigungsfilter schon vor Monaten erhalten. Foto: Promo

Noch mal schnell zurück in die Schule (Wechselmodell, Überraschung!). Da die Pandemie nun offenbar beendet ist, fragen wir doch mal nach, wie die Luft in den Schulen in Zukunft sein wird. Eine aktuelle Liste der Luftfilter nach Bezirk konnte die Bildungsverwaltung gestern auf Anfrage nicht liefern (Status: in Bearbeitung), allerdings sind zumindest fast alle bestellten Geräte inzwischen ausgeliefert: Von 7724 bestellten Luftfiltern wurden 6712 geliefert, Prozentrechnung: rund 87 Prozent. Kosten 14,6 Millionen Euro. „Die Auslieferung der Geräte soll innerhalb der nächsten zwei Wochen abgeschlossen sein“, teilte die Bildungsverwaltung mit.

Pünktlich zu den Sommerferien ist die Sache komplett, wobei: Bei 16.000 Klassenräumen bleibt da immer noch die Hälfte der Beschulten dauerhaft im Dickicht der Aerosole sitzen, oder etwa nicht? „Der Einsatz von Luftreinigungsgeräten ist nur eine flankierende Maßnahme und ersetzt nicht das Lüften der Räumlichkeiten und auch nicht das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen!“, hieß es gestern aus der Bildungsverwaltung. „Es bleibt dabei, dass das vom Hygienebeirat erarbeitete und in den Musterhygieneplänen hinterlegte Lüftungsmanagement das Mittel der Wahl zur bestmöglichen Reduzierung virushaltiger Aerosole darstellt. Es ist daher nicht sinnvoll, wie mitunter populistisch gefordert, jeden Klassenraum mit einem teuren Luftreinigungsgerät auszustatten.“

Gut, dann fragen wir doch mal ganz unpopulistisch bei der Senatorin nach: Alles sauber zum Start des vollen Präsenzangebots am Mittwoch? „Mir ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler noch einmal im gesamten Klassenverband zusammenkommen, um sich auszutauschen und wieder zueinander zu finden“, sagt Sandra Scheeres, SPD. „Das wird den Kindern und Jugendlichen guttun.“ Den Lehrkräften biete sich im persönlichen Gespräch zudem die Möglichkeit herauszuhören, wie es dem jeweiligen Schüler, der jeweiligen Schülerin im Wechselunterricht ergangen ist. „Insofern können sich hier auch weitere Ansätze zur individuellen Förderung ergeben. Dies kann dann in die Lernstanderhebungen einfließen, die zu Beginn des neuen Schuljahres an allen Schulen durchgeführt werden sollen.“ Die Präsenzpflicht bleibt allerdings zunächst ausgesetzt, heißt: Komme, wer wolle.

Pünktlich zu den Ferien sucht die Bildungsverwaltung übrigens eine „Schulserverlösung für den edukativen Bereich“. Hoffentlich ist da nichts abgestürzt.