Not his business: Wie der Emir von Katar auf Gaslieferungsmission in Berlin alle Parkregeln missachtet
Ein Konvoi von mindestens 20 schwarzen Limousinen braust derzeit mitsamt dem Emir durch die Stadt. Geparkt wird wild – der Diplomatenstatus macht’s möglich. Von Julius Betschka und Thomas Lippold.
Diplom-Parker: Der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, ist in der Stadt. Der honorige Mann ist gerade in Gaslieferungsmission zu Gast und braust mit einem Konvoi von mindestens 20 schwarzen Limousinen durch Berlin. Bilder auf Twitter zeigten am Donnerstag, wie die Wagen des Scheichs an der Bellevuestraße am Potsdamer Platz auf Gehwegen und geschützten Grünanlagen parkten. Ein Fahrer hatte Poller aus dem Boden geschraubt. Auf Anfrage meines Kollegen Thomas Lippold bestätigte das Bezirksamt Mitte: Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes ermahnten die Verkehrsrowdys um den Scheich. Einige Männer aus dessen Tross konnte Berlins tapfere Knöllchengarde vertreiben, scheiterte dann aber doch knapp an der Weltpolitik – viele besaßen Diplomatenpässe. „Bei Diplomatischer Immunität ist der Handlungsrahmen des Ordnungsamtes eingeschränkt,“ hieß es aus dem Bezirksamt. Das ist auch der Grund, warum Diplomaten-Wagen mit 150 über die A100 rasen und allein 2021 fast 10.000 Verkehrsverstöße begangen haben. Heute trifft Al Thani auf Bundeskanzler Olaf Scholz – es geht dann sicher um Gaspreise, aber vielleicht auch kurz um den Berliner Bußgeldkatalog.