Hausbesetzerin landet in Hellersdorf

Und weil wir gerade neugierig sind: Reden wir mal mit Sara Ann Rosa. Die 36-Jährige aus Magdeburg mischte jahrelang als Punkerin und Hausbesetzerin in Berlins Innenstadt-Szene mit, zuweilen war sie obdachlos und wurde dann aus Friedrichshain weggentrifiziert. Nun fotografiert sie in ihrer Plattenbau-Wohnung die Sonnenuntergänge von Hellersdorf und sagt beim Spazierengehen am Stadtrand Fuchs und Hase gute Nacht. Und am Tage denkt sie: „Es könnte wunderschön hier sein.“

Berlin hat viele besetzte Häuser verloren – eine Heimat der Freiheit, deren Bewohnerinnen und Bewohner aber auch ihre eigene Freiheit oft über die anderer stellten. Vor 30 Jahren erschütterte die Räumung der Mainzer Straße die ganze Stadt und vertrieb die Leichtigkeit des Mauerfalls nur einen November danach (meine Erinnerung hier). Heute sind die Bruchpunkte nicht mehr so brutal, aber auch nicht unsichtbar. Menschen wie Sara Ann Rosa (Interview von Masha Slawinski hier), die anders frei leben wollen, suchen neue Heimaten. Sie verändern so Berlin – und Hellersdorf wird zur helleren Mitte.