Disko klagt erfolgreich fürs Tanzen, bietet es aber nicht an
Eigentlich könnte im Berliner Edel-Club „The Pearl“ wieder abgezappelt werden – ein Sieg vor Gericht machts möglich. Warum wird dort trotzdem nicht gefeiert? Von Robert Ide und Matthieu Praun
Die Inzidenz singt – zumindest aus dem Mund des in Berlin weltberühmten Comedy-Liedermacher-Karikaturisten Fil (zum Mitsingen hier). Und sogar Tanzlustbarkeiten sind wieder erlaubt – zumindest in der Edel-Diskothek „The Pearl“ in der Fasanenstraße. Die hatte erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht für das Tänzchen einer Gimpften mit einem Genesenen geklagt – und ist davon jetzt selber überrascht. Für die nächsten Diskoabende müsse man sich jetzt erst mal ein Konzept überlegen, lassen die Betreiber aus der westlichen Innenstadt auf Checkpoint-Nachfrage wissen. „Das funktioniert ja nicht so, dass wir einfach die Tür aufmachen und die Leute reinlassen.“
Zumal die Betreiber des „Pearl“, die im Lockdown eine üppige Förderung bekamen, jetzt aber in ihrem Club nur ein Restaurant betreiben, ihre Gäste im Herbst über die damals gültige Sperrstunde hinaus feiern ließen, was andere Clubs mit weniger Förderung ärgerte. Jetzt verspricht man lediglich „einen entspannten Drink nach der Arbeit“. In Berlins mildem Westen.