„Wie finanziert man diese Situation?"

Berlins Pachtbäder drohen unterzugehen – die Coronakrise hat alle Budget-Planungen weggespült. Deshalb bitten die Betreiber nun um einen kompletten Mieterlass. Von Ann-Kathrin Hipp

„Wie finanziert man diese Situation?"
Foto: Jürgen Ritter/imago

„Pack die Badehose ein!“ wird in Berlin seit einigen Wochen wieder angestimmt. Die Berliner Bäder-Betriebe sind nach der Wiedereröffnung der Schwimmbäder laut eigener Aussage zufrieden. „Bis auf ein paar Ausnahmefälle halten sich die Badegäste an die Hygieneregeln“, sagt Sprecher Matthias Oloew am Checkpoint-Telefon. Bei den Bädern in der Innenstadt sei die Nachfrage besonders groß. Das Prinzenbad sei am stärksten besucht, das Olympiabad am häufigsten ausverkauft (was daran liegt, dass das Prinzenbad fast dreimal so groß ist). Einziges Manko: Trotz allem rechnen die Bäder-Betriebe coronabedingt mit einem zusätzlichen Defizit von 3,4 Millionen Euro. Bis Ende August.

Berlins Pachtbäder bitten derweil um Mieterlass. „Wie finanziert man diese Situation? Mehr als drei Viertel weniger Gäste. Keine Zusatzgeschäfte. Überall neue Regelungen. Warteschlangen-Management, Einlasskontrollen, Time Slots, Digitale Tickets zur Kontrolle, Listen, Desinfektion, zusätzliche Überwachung und Kontrollen für ein hygienisch einwandfreies Verhalten“ – wie soll das gehen? Weil die Pächter allerdings die selbst-minus-machenden Berliner Bäder-Betriebe sind, geht der Appell direkt an den Senat. Aus der Sportverwaltung heißt es: Man habe das „Thema im politischen Raum platziert und gehen davon aus, dass der Ersatz des Einnahmeausfalls für die Berliner Bäder-Betriebe als Verpächter im Falle eines Pachterlasses im Rahmen der parlamentarischen Diskussionen des 2. Nachtragshaushalts Gegenstand der Erörterung sein wird“. Wir übersetzen kurz von Politisch ins Deutsche: Es gibt keinen Plan.