Pilotprojekt im Sturzflug: Wie die digitale Verwaltung in Charlottenburg-Wilmersdorf versagt

Im Berliner „Pilotbezirk“ reichen die Laptops für die Arbeit im Homeoffice nicht aus. Neue darf der Bezirk nicht kaufen – und ohnehin ist der Internet-Zugang rar. Von Lorenz Maroldt

Pilotprojekt im Sturzflug: Wie die digitale Verwaltung in Charlottenburg-Wilmersdorf versagt
Für jeweils fünf Bedienstete im Homeoffice steht in der Bezirksverwaltung von Charlottenburg-Wilmersdorf nur ein Laptop zur Verfügung. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Bei der Digitalisierung der Verwaltungen befindet sich Charlottenburg-Wilmersdorf als „Pilotbezirk“ im Blindflug: Für jeweils fünf Bedienstete im Homeoffice steht immer nur ein Laptop zur Verfügung – würde einen nicht wundern, wenn das Gerät auch noch per Post von Schicht zu Schicht weitergeschickt wird. Der Bezirk könnte zwar mehr Geräte gleich im Laden kaufen, darf er aber nicht – die Beschaffung läuft zentral übers landeseigene ITDZ (oder eben auch nicht). Aber eigentlich ist das auch gar nicht so schlimm: Von den 2000 Beschäftigten des Bezirksamts haben vom Homeoffice aus ohnehin nur 700 einen sicheren Zugriff auf das Netzwerk. (Mehr dazu und über andere Themen aus Charlottenburg-Wilmersdorf finden Sie im „Leute“-Newsletter von Cay Dobberke.)

Die mangelnde digitale Ausstattung legt übrigens halbe Ämter lahm (Bauen z.B.), die wegen der Corona-Regeln nicht zusammen im Büro sitzen dürfen. Was die Wirtschaft davon hält, dass sich dort die unbearbeiteten Anträge stapeln, hat Kevin Hoffmann recherchiert (Spoiler: Sind alle sauer).