Kunst oder kann weg? Wippen in Berliner Park seit zwölf Jahren kaputt

Fünf Riesenwippen stehen im Tilla-Durieux-Park. Wippen darf man jedoch auf gar keiner – seit 2010 sind sie außer Betrieb. Folge? Behörden-Pingpong vom Feinsten. Von Christian Latz

Kunst oder kann weg? Wippen in Berliner Park seit zwölf Jahren kaputt
Durchaus ansehnlich. Wippen im Tilla-Durieux-Park am Potsdamer Platz. Foto: Imago/Schöning

Kommen wir zu einem Paradebeispiel, wie hochfliegende Architektenträume auf dem Boden der Realität landen und den Schrott hinterher niemand wegfegt. Als Mahnmal dafür stehen seit 2003 fünf Riesenwippen im Tilla-Durieux-Park nahe des Potsdamer Platzes. Mit einer Länge von je 22 Metern prägen sie den gesamten Park. Nur eines darf man darauf nicht: wippen. Dann gehen sie kaputt. „Auch nach mehrmaligen Reparaturen und Prüfung durch den TÜV konnte keine dauerhafte Statik erreicht werden“, teilt der Bezirk Mitte auf Checkpoint-Anfrage mit. Die Wippen liegen daher seit 2010 (!) „leider still, sind versperrt, nicht nutzbar“.

Und nun? „Die Konstruktion wurde vom Bezirk weder geplant noch beauftragt. Dies ist durch die seinerzeitige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt geschehen“, fliegt der Ball ins Feld der heutigen Senatsumweltverwaltung. Deren Gestaltungsbeirat hat zuletzt 2021 Empfehlungen von eher geringem Wert abgegeben: „Eine Sanierung, Modifikation oder alternative Idee zu Wippen im Zentrum des Parks ist notwendig.“ Aha. Neben warmen Worten gibt es vom Senat noch einen Konterschlag: „Zuständig für Umsetzungen bleibt, wer jeweils zuständig ist – im Falle des Tilla-Durieux-Parks ist dies der Bezirk Mitte.“ Der Checkpoint macht einen Vorschlag zur Güte: Fehlt nicht vor dem Humboldt-Forum noch immer eine Wippe, mit der man gar nicht richtig wippen kann? Wir hätten da noch fünf.