Aktivistin kämpft für Corona-Infos in Gebärdensprache
Die Bundesregierung übersetzt Coronavirus-Informationen nicht live für Gehörlose. Mit einer Petition möchte Julia Probst das ändern. Aus dem Checkpoint.. Von Stefan Jacobs
Während Gebärdensprachdolmetscher in vielen Ländern zum Standardprogramm von TV-Sendern gehören, ist es für Gehörlose in Deutschland immer noch Glücksache, ob sie live in ihrer Muttersprache informiert werden. Der Sender Phönix und das Robert-Koch-Institut gehen mit gutem Beispiel voran, aber die Bundesregierung selbst bietet keine Live-Übersetzung an, hat mein Kollege Julius Betschka in Erfahrung gebracht. Die ARD habe dem Gehörlosenverband mitgeteilt, dass sie wegen der Krisensituation keine Übersetzung mehr garantieren könne. Die Behindertenrechtsaktivistin Julia Probst fordert nun Jens Spahn in einer Petition auf, „Corona-Infos auch in Gebärdensprache“ anzubieten. Fast 30.000 Menschen haben schon unterschrieben.