Wegners verzerrte Realität: Wie kommt der Regierende Bürgermeister auf eine verbesserte Bildungsbilanz in Berlin?

Kai Wegner (CDU) hat in einem Interview mit der Berliner Morgenpost kürzlich verkündet, Berlin sei in Sachen Bildung im bundesweiten Vergleich deutlich aufgestiegen. Viele Menschen fragen sich zu Recht: Auf welche Statistik hat er sich bezogen? Von Anke Myrrhe.

Wegners verzerrte Realität: Wie kommt der Regierende Bürgermeister auf eine verbesserte Bildungsbilanz in Berlin?
Foto: dpa / Bernd von Jutrczenka

Ihrem Lebenspartner Kai Wegner (im Nebenjob Regierender Bürgermeister) hat die Schulsenatorin zum Interview am Wochenende allerdings nicht die richtigen Zahlen mitgegeben. „In der Bildung ist Berlin im Länderranking deutlich nach oben gestiegen“, sagte Wegner der Morgenpost. Vor allem Betroffene des Bildungssystems horchen da sofort auf und fragen wissbegierig: Auf welche Statistik bezieht sich der Regierende? Zuletzt erschienen war der INSM-Bildungsmonitor, dessen Daten allerdings größtenteils in der Zeit vorm Amtsantritt der Familie Wegner-Günther-Wünsch (27. April 2023) erhoben wurden. Antwort der Senatssprecherin: „Der Regierende Bürgermeister von Berlin bezog sich auf den INSM Bildungsmonitor 2024.“ Der INSM schreibe auf ihrer Website: „Die Daten stammen zumeist aus dem Jahr 2022 und 2023.“   

Tja, da hätte vielleicht jemand etwas genauer hinsehen sollen. Es stimmt zwar, dass einige INSM-Daten 2023 erhoben wurden, für Berlins etwas bessere Tabellenposition (von 15 auf 12) spielt das allerdings keine Rolle: Die Daten aller drei Schulbereiche, die für Berlins Aufrücken maßgeblich verantwortlich sind (Betreuungsquote, Inputeffizienz sowie Förderinfrastruktur) stammen aus dem Jahr 2022. Zu den wenigen Bereichen, deren Zahlen in 2023 erhoben wurden gehört die berufliche Bildung – und dort ist Berlin auf dem letzten Platz. Die restlichen Erfolge (wenn man sie denn so nennen möchte) stammen aus 25 Jahren SPD-Bildungssenatoren, 2022 war das die Grundschulleiterin Astrid-Sabine Busse.