Jusos für gebührenfreie feministische Pornos
Bei der SPD verlaufen Personaldebatten oft unter der Gürtellinie. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller, dem mancher Genosse politisch am Anzug flickt, forderte deshalb jetzt im Parteipräsidium mehr Stil bei den sich häufenden Rücktrittsforderungen. Doch um die nackte Wahrheit wird der SPD-Chef am Wochenende beim Landesparteitag nicht herumkommen: Denn die Jusos verlangen nach mehr gutem Sex im Fernsehen und im Internet. Feministische Pornos mit einer „realistischen Darstellung von Lust aller Beteiligter“ sollten „gebührenfrei, dauerhaft und niedrigschwellig verfügbar sein“, etwa in den Online-Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender, heißt es in dem freizügigen Parteitagsantrag. Tatsächlich erfreut sich die so genannte „Dirty Diaries“-Bewegung auch in Berlin wachsender Beliebtheit; eine frauenfreundlichere Pornografie sieht sich als Gegenstück zum Mainstream-Dauerorgasmus im Netz. Für schmutzige Tagebücher braucht es allerdings in der Berliner SPD gar keinen Sex.