Kaum Kontrollen bei „Cash Only“: Berliner Finanzämter erheben keine Zahlen
Eine Anfrage von Sebastian Schlüsselburg (SPD) hat ergeben, dass von 80.000 Berliner Unternehmen, die sich auf Barzahlung konzentrieren, im letzten Jahr lediglich ein Minimalsatz kontrolliert wurde. Auch den Finanzämtern liegen keine brauchbaren Daten vor. Von Anke Myrrhe und Jessica Gummersbach.
Der Aushang „Cash only“ irritiert Touristen und Einheimische, Wirtschaftskriminelle dürften sich darüber freuen: Von mehr als 80.000 Geschäften, die überwiegend Bargeld nutzen, wurden bei einer sogenannten „Kassen-Nachschau“ 2024 nur rund 1,2 Prozent kontrolliert (Quelle: Anfrage Sebastian Schlüsselburg, SPD). Vergleichszahlen aus den Vorjahren fehlen – und wie viele Verstöße festgestellt wurden, haben die Finanzämter vorsichtshalber gar nicht ausgewertet.
Zumindest in Charlottenburg-Wilmersdorf hat man derzeit auch andere Sorgen: Ein Beamter soll geholfen haben, das Finanzamt auszuplündern. Ein kriminelles Netz soll sich mit seiner Hilfe über Jahre systematisch bereichert haben. Wie das System wahrscheinlich funktioniert hat, lesen Sie hier, Details über das Netz dahinter gibt’s im zweiten Teil der Geschichte.