Menschen, die „Brücken bauen“: Diese Berliner erhalten das Bundesverdienstkreuz

Vier Berlinerinnen und Berliner sollen zum Tag der Deutschen Einheit vom Bundespräsidenten geehrt werden – für besondere Dienste in der Medizin und Musik. Von Robert Ide und Thomas Lippold

Menschen, die „Brücken bauen“: Diese Berliner erhalten das Bundesverdienstkreuz
Carmen Scheibenbogen ist eine von wenigen Ärztinnen in Deutschland, die auf die Erforschung und Behandlung des Chronischen Fatigue Syndroms spezialisiert sind. Foto: Simone Baar

Tue Gutes und andere reden darüber. So inspiriert sich eine Gemeinschaft. Zum anstehenden Tag der Deutschen Einheit will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 21 Menschen mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik auszeichnen, Menschen, die „Brücken bauen". Aus Deutschlands Stadt der 920 Brücken sind auch vier Berlinerinnen und Berliner dabei. Zu ihnen gehört Carmen Scheibenbogen, Leiterin der Immundefekt-Ambulanz und des Fatigue-Centrums an der Charité. Als eine von wenigen Ärztinnen in Deutschland ist sie auf die Erforschung und Behandlung des Chronischen Fatigue Syndroms spezialisiert. Zu ihrer Auszeichnung sagt sie dem Checkpoint: „Ich hoffe, dass sie zu mehr Aufmerksamkeit für diese schwere Erkrankung und zu mehr Unterstützung für die dringend notwendige Entwicklung von Medikamenten führt.“

Gesund für unsere Gesellschaft ist auch die gemeinsame Verbindung der Menschen, etwa durch Musik. Dafür steht Bratschistin Leila Weber, die auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof die „Hangarmusik“ mitgründete. Hier musizieren geflüchtete Kinder und Jugendliche gemeinsam, musikalische Vorkenntnisse brauchen sie zum Mitmachen nicht. „Inzwischen sind wir ein Streichorchester mit Kindern und Jugendlichen aus vielen Nationen“, erzählt Leila Weber.

Auch der Komponist und Musikpädagoge Alan Bern bringt mit seiner „Other Music Academy“ verschiedene Menschen mit ihrer verschiedenen Musik zusammen. Seine Vision für eine bessere Welt formuliert er auf Checkpoint-Anfrage so: „Die Menschheit scheint gleichzeitig an der Schwelle zu tiefgreifenden Entdeckungen und zur Selbstzerstörung zu stehen, zusammen mit einem Großteil des Lebens auf der Erde. Ich glaube, dass ein gelebtes Verständnis und eine größere Wertschätzung unserer gemeinsamen Geschichte und unserer kreativen Potenziale uns dabei helfen können, uns Gesellschaftsformen vorzustellen, die lebensbejahend sind und uns gegenseitig stärken.“ Reden wir darüber – und auch andere tun Gutes.