AfD-Wähler laut Umfrage unzufrieden mit Demokratie

Okay, fangen wir mit den positiven Nachrichten an: Berliner sind toleranter als der meiste Rest der Republik. Sie lehnen autoritäre Staatsformen weitgehend ab, Antisemitismus ebenso, halten Homosexualität für völlig normal, heißen Flüchtlinge willkommen und finden nicht, dass in Deutschland zu viele Muslime leben. Das ergab der „Berlin-Monitor“, eine vom Senat in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage unter 2000 Einwohnern. Natürlich gilt das nicht für AfD-Wähler – diese sind demnach nur zu vier Prozent „zufrieden mit der Demokratie, wie sie in Deutschland existiert“ und wünschen sich mehrheitlich die Führung durch eine „starke Partei“, die „die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert“. Der Denkfehler dabei ist: Wir sind das Volk – das ist die AfD schon geschichtlich nicht. Mit der unverfrorenen Selbstreklamation der friedlichen Revolution vor 30 Jahren („Vollende die Wende“) biedert sie sich zwar an die einstigen DDR-Mitläufer an, wie einstige Oppositionelle jetzt beklagen (Interview dazu hier). Aber die Parteispitze selbst ist voller westdeutscher Wendehälse, die bloß ihr eigenes Blatt im Osten wenden wollen.