Zu wenig verkaufsoffene Sonntage? Handelsverbandschef wirft Senatorin Arbeitsverweigerung vor
gehörten Sie auch zu den Verzweifelten, die sich gestern an einem der Bahnhöfe noch schnell fürs Sonntagsessen versorgt haben?
Im Edeka im Bahnhof Südkreuz war wie jeden Sonntag panisches Gedränge wie im Schlussverkauf der Vorweihnachtszeit. Zeitweise bildeten sich lange Schlangen bereits vorm Eingang. Wie fast jede Woche musste der Zugang zeitweise beschränkt werden. Als ginge es hier ums Berghain oder die neuesten Labubu-Plüschmonster und nicht ein paar Zwiebeln und ein Pfund Hack. Tja, könnte man doch nur den großen neuen Laden im Neubau an der Hedwig-Dohm-Straße öffnen, wenige Meter entfernt, aber leider nicht im Bahnhof gelegen.
Die Provinzialität des deutschen Ladenöffnungsgesetzes trifft auch so manchen internationalen Gast der Berlinale hart. „Everything closed?“ Well, so ist das hier. Da darf selbst der Späti keine Milch anbieten, egal wie spät.
Trotz dieses hochrichterlich bestätigten Heiligtums der Deutschen kann Berlin Sondergenehmigungen erteilen, immer gekoppelt an Großereignisse. Im ersten Halbjahr allerdings wurden nur zwei Sonntage genehmigt: im Januar während der Grünen Woche und zur Fête de la Musique am 21. Juni. Die Berlinale ist offenbar nicht Großereignis genug.
Das ärgert Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg. „Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet die Arbeitssenatorin Arbeitsverweigerung begeht“, sagte er dem Checkpoint. Was er damit meint und wie die Senatorin antwortet, lesen Sie heute in der Checkpoint-Vollversion.
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