Dringende Reparatur erst nächstes Frühjahr möglich: 47 defekte Heizkörper bringen Berliner Amtsgericht-Vizepräsidenten ins Schwitzen
Die Heizungen im Amtsgericht Charlottenburg-Wilmersdorf laufen unentwegt. Unabhängig von Außentemperatur und Bedarf. Die Verantwortung dafür wird abgewälzt. Von Nina Breher
Kurzer Blick in die Amtsstuben, genauer gesagt ins Amtsgericht Charlottenburg-Wilmersdorf. Hier bullern die Flur-Heizungen unbeirrt – Energiekrise und 20 Grad Außentemperatur hin oder her. Knallheiß seien sie, berichtet CP-Leser Stefan B., der sich darüber beim Bezirksamt beschwerte. Nach dem üblichen Pingpong (Bezirksamt nicht zuständig) antwortete ihm der zerknirschte Amtsgericht-Vizepräsident höchstpersönlich: „hochgradig unangenehm“ sei der Zustand ihm und seinen Kolleg*innen. Dafür könne man aber nichts: „Unser Haus verfügt zu unserem Leidwesen über eine renovierungsbedürftige Heizungsanlage, bei der zurzeit insgesamt 47 Heizkörper defekte Ventile aufweisen.“
Ersetzen könne man die allerdings aus technischen Gründen nur außerhalb der Heizperiode, schreibt der Vizepräsident (heißt übersetzt: nicht vor Ende April 2023). Man habe den Defekt bereits vergangenes Jahr gemeldet, „und damit aus unserer Sicht rechtzeitig“, aber ohne Erfolg. Die zuständige landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH spreche gegenüber dem Amtsgericht von „Überlastung“ der Fachfirmen. Mit defekten Heizkörpern verhält es sich in Berlin offenbar wie mit Naturkatastrophen: Machste nix.