„Ukrainisches Haus“ im Gespräch: Berlin plant einen Community-Treffpunkt

Mehrere Initiativen fordern einen Ort für Ukrainer, die u.a. wegen des russischen Angriffskriegs in die Hauptstadt gekommen sind. Der Senat bestätigt Gespräche. Von Lotte Buschenhagen und Robert Ide

„Ukrainisches Haus“ im Gespräch: Berlin plant einen Community-Treffpunkt
Als Ort könnte beispielsweise das „Café Moskau“ an der Karl-Marx-Allee infrage kommen. Foto: Kitty Kleist-Heinrich/Tagesspiegel

Mehr als 500 Tage Bombenterror. Mehr als 500 Tage Kindesentführungen, systematische Ermordungen und Menschenrechtsverletzungen. Mehr als 500 Tage Krieg gegen ein unabhängiges Land in Europa. „Der Macht-Macho Putin schafft es nicht, die Ukraine zu überwältigen, also versucht er, sie zu massakrieren“, sagt Lyriker Wolf Biermann treffend zum russischen Terrorkrieg. Hinzu kommt der Propagandafeldzug mit Falschinformationen aus dem Kreml, der auch bis nach Deutschland reicht – unterstützt vom „Russischen Haus“ in Berlin.

Nun fordern Initiativen und Flüchtlingsorganisationen einen Treffpunkt der ukrainischen Community in der Hauptstadt. „Ein konkretes Konzept für ein ‚Ukrainisches Haus‘ liegt dem Senat nicht vor“, heißt es dazu auf Parlamentsanfrage von Lilia Usik (CDU). Aber ein Ersatz befindet sich offenbar schon in der Planung. „Aktuell finden Gespräche zur möglichen Ausgestaltung eines kulturellen, sozialen und politischen Treffpunkts statt.“ Ein guter Ort dafür wäre das alte „Café Moskau“ an der Karl-Marx-Allee, das sich absurderweise wegen des Denkmalschutzes nicht dauerhaft in Café Kyiv umbenennen darf. Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat dazu die richtigen Worte gefunden: „Die Ukraine steht bedauerlicherweise nicht unter Denkmalschutz – weder das Land und noch die Menschen.“