Interner Machtkampf bei Grünen im Abgeordnetenhaus: Fraktionschefin Silke Gebel räumte nach „Überzeugungsarbeit“ ihren Posten für Jarasch
Von Christian Latz.
Dass sich die grüne Noch-Fraktionsvorsitzende Silke Gebel freiwillig zurückzieht und Platz macht für Bettina Jarasch, lief nach Checkpoint-Informationen weit weniger harmonisch, als es die Grünen gerne verkaufen möchten. Es ist das Ergebnis eines internen Machtkampfs. Gebel wollte sehr wohl ihren Posten behalten. Als die Mitglieder des Realo-Flügels der Fraktion am Dienstag abstimmten, ob sie oder Jarasch den Vorsitz bekommt, lautete das Ergebnis: unentschieden. Erst nach weiteren Gesprächen und einiger „Überzeugungsarbeit“ habe Gebel zurückgezogen, heißt es aus der Fraktion. Während manche Gebel Führungsschwäche attestieren, fragen sich andere, warum die zweimal gescheiterte Spitzenkandidatin Jarasch nochmal ein Spitzenamt bekleiden soll.
Doch wo sitzt Jarasch bei der konstituierenden Sitzung des Abgeordnetenhauses nächste Woche überhaupt? Als Noch-Senatorin auf der Senatsbank oder als neue Oppositionsführerin unter den Abgeordneten? Die Grünen wissen es selbst noch nicht. „Das klären wir gerade noch“, sagte ein Fraktionssprecher dem Checkpoint.