EM bringt Berliner Hotels keinen Profit: Betreiber gehen von kurzzeitigem Rückgang der Besuchenden aus

84 Millionen Euro kostet die Europameisterschaft die Hauptstadt. Das Geld soll auch durch eben jene wieder eingebracht werden. Mehr Hotelübernachtungen löst sie jedoch nicht aus. Von Daniel Böldt und Lotte Buschenhagen.

EM bringt Berliner Hotels keinen Profit: Betreiber gehen von kurzzeitigem Rückgang der Besuchenden aus
Trotz Fanmeile und Fanzone bringt die EM Berliner Hotels auch nicht mehr Übernachtungen / Foto: IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) wollte zwar nicht mitmachen bei unserem Tippspiel, wettet aber immer noch, dass die EM der Stadt mehr Geld einbringt als die 84 Millionen Euro, die sie Berlin kosten wird. Allerdings ist fragwürdig, wie diese „Stadtrendite“ überhaupt zustande kommen soll. Von mehr Hotelübernachtungen profitiert der Fiskus jedenfalls nicht, wie eine Antwort der Wirtschaftsverwaltung (DS 19/19149) auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Klara Schedlich zeigt.

„In der Regel steigen die Übernachtungszahlen während Sportgroßveranstaltungen in bereits etablierten Tourismusdestinationen nicht“, gibt die Verwaltung zu Protokoll. „Gründe liegen hier im Wegfall von Gruppengeschäften und Gästen, die keine Fußballpassion teilen bzw. die aufgrund erhöhter Hotelzimmerraten und Flugpreise auf einen anderen Reisezeitraum ausweichen.“

Zudem gehen Betreiber von touristischen Attraktionen „von einem kurzzeitigen Rückgang der Besuchenden“ aus. Und auch viele weitere Veranstaltungen finden nicht statt, „da die Verfügbarkeiten und Preise der Hotels begrenzter bzw. teurer sind“. Was bleibt, ist die Hoffnung auf einen „großen Werbeeffekt“. Na dann.