Bekommt die FDP das Gesundheitsministerium?

Und falls ja, ist sie dann mehr als eine politische Lobbygruppe vieler Apotheker und Ärzte? Doch auch die SPD ist noch im Rennen. Robert Ide kommentiert.

Bekommt die FDP das Gesundheitsministerium?

Von Appellen geht kein Virus weg, es diktiert uns die Fakten: Im Corona-Hotspot Sachsen dürfen nun Krematorien auch sonntags arbeiten, Berlins Kliniken verschieben alle planbaren Operationen (Details hier). Die Politik ist vom Bloß-keine-Panik-Modus des Sommers in den mittlerweile traditionellen Panik-Modus des Spätherbstes gewechselt, wieder viel zu spät. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der seit Juli gewarnt war (Video hier), aber das Gesundheitssystem planlos in die vierte Welle führte und jetzt mit schlecht kommunizierter Impfstoff-Rationierung die nächste Allgemeine Verunsicherung verantwortet, soll womöglich von einem FDP-Politiker abgelöst werden. Das zumindest zeigen Kabinettslisten der bisher schwach leuchtenden Ampel, die laut Insidern gute Hinweise auf die künftige Ressortverteilung geben (Details hier). Auch die SPD soll noch im Rennen für den wichtigen Posten zur Pandemiebekämpfung sein.

Ob mit oder ohne Ministerium: Die FDP wird in der neuen Regierung beweisen müssen, dass sie mehr darstellt als eine politische Lobbygruppe vieler Apotheker und Ärzte, welche sich schon jetzt die Ausstellung von Impfzertifikaten und die Impfungen über Gebühr vom Staat bezahlen lassen, dieses aber trotz der Not kaum am Wochenende anbieten. Und dass die FDP unter der vor sich hergetragenen Eigenverantwortung – schon jetzt die Floskel des Jahres – nicht bloß Eigensinn ohne Verantwortung versteht, die mit der Egomanie von Wenigen die Freiheit der Vielen einschränkt.