Charité-Chef: Berlin wird so gut wie Harvard
Hoffentlich hören die das drüben auf der Insel nicht: Nach Meinung des scheidenden Charité-Vorstandsvorsitzenden könnte Deutschlands Wissenschaft vom Brexit profitieren. „Die Topwissenschaftler auf der Insel fürchten den Brexit“, sagt Karl Max Einhäupl im Tagesspiegel-Interview. „Sie versuchen, die bilateralen Kooperationen zwischen Hochschulen zu intensivieren. Insofern wäre die Charité ein Brexit-Gewinner, so bedauerlich der Brexit ist.“ So habe die Hochschulmedizin aus Oxford kürzlich ein Büro an der Charité eröffnet. „In zehn Jahren ist Berlin führend im weltweiten Medizingeschäft. So wie Boston mit der Harvard Medical School und den darum angesiedelten Firmen heute.“
Im Interview verriet Einhäupl auch, dass die Zeit unter dem Klaus-Wowereit-Senat eine bittere Pille war: So wollten der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und sein Finanzsenator Ulrich Nußbaum das Bettenhochhaus der Charité nicht erhalten – ausgerechnet das Wahrzeichen der Klinik.