Annette Schavan will die Konrad-Adenauer-Stiftung leiten
Ich schäme mich, und zwar nicht nur heimlich. Das sagte die frühere Bundeseinbildungsministerin Dr. Annette Schavan (CDU) nicht etwa über ihre eigene in weiten Teilen abgekupferte Dissertation, sondern über das gleiche Vergehen ihres früheren Kabinettskollegen Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg. Schavan wurde trotz Uneinsichtigkeit in eigener Sache mit Hilfe ihrer Freundin Dr. Angela Merkel noch mit dem hochdotierten Botschafterposten im Vatikan versorgt. Nun allerdings kippen Parteifreunde in Berlin vor Erstaunen aus dem Heiligen Stuhl, weil Schavan mit aller Macht die Leitung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung mit Sitz am Tiergarten an sich reißen will. Dort jedoch hofft man nach Tagesspiegel-Recherchen lieber auf den unbequem-unbescholtenen Dr. Norbert Lammert, der zuletzt den Bundestag mit klugen und keineswegs abgekupferten Worten prägte. „Erfordernisse heutiger Gewissensbildung“ - so lautete einst das Thema von Schavans Betrugsarbeit. Vielleicht sollte sie ihre politische Karriere in Berlin lieber selbst abschreiben.