Die „10 Gebote“ der Verkehrssenatorin: Ute Bonde schreibt interne Mail zur Ausrichtung der Senatsverwaltung
Lange war von Verkehrssenatorin Ute Bonde gar nichts zu hören. Nun möchte sie den Mitarbeitenden ihrer Verwaltung „Orientierung“ geben und verfasste eine bedeutungsschwangere E-Mail. Von Christian Latz
Während die BVG im Krisenmodus fährt und einem Radprojekt nach dem anderen die Mittel gestrichen werden, war es um die entscheidende Person in diesen Fragen in den vergangenen Wochen ziemlich still: Berlins neue Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU). Mehr als hundert Tage ist sie nun im Amt, doch so richtig weiß man nicht, wo hin sie steuern will – und ob sie das Lenkrad dazu überhaupt in der Hand hält. Das scheint auch Bonde aufgefallen zu sein. Am Montag hat sie sich daher in einer langen E-Mail an alle Mitarbeiter ihres Hauses gewandt – die natürlich auch im Checkpoint-Postfach landete. Was die Senatorin dort schreibt, seien die „10 Gebote“ für die Ausrichtung der Verkehrsverwaltung, schreibt sie. Klingen aber manchmal wie Kalendersprüche. Ein paar Auszüge:
+ Umwelt und Klimaschutz und Verkehr ständen sich „scheinbar oft diametral gegenüber“, seien aber nur – natürlich – „im Miteinander“ zu lösen. „So bunt wie unsere Stadt, so bunt sind auch die Lösungsansätze, um gemeinsam voran zu kommen.“
+ Stichwort Gemeinsamkeiten: „Egal ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Auto oder per ÖPNV: wir sind alle täglich in Bewegung.“
+ Die Verkehrsverwaltung habe „die demokratische Pflicht, dem Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu dienen“. Wir dachten ja bislang, es ginge darum, dass Menschen gut von A nach B kommen.
+ In jedem Fall müsse sich die Verkehrspolitik „an den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen unserer Stadt ausrichten – vor allem muss sie differenziert gestalten (Innenstadt/Außenstadt und Umland, progressiv/konservativ)“.
+ Ziel sei, „Berlin zueinander zu bewegen, um zum wirklichen Miteinander zu kommen.“
Mit der Mail wolle sie den Mitarbeitern „Orientierung“ vermitteln, schreibt Bonde. Wir hoffen, dass sich nach dem Lesen niemand verfährt.