Hunderte Geflüchtete aus dem Iran sind nun in Berlin angekommen

Die iranische Community in Berlin umfasst rund 20.000 Menschen. Hamid Nowzari betreut viele Neuankömmlinge. Er hat Hoffnung auf einen Umsturz in seiner Heimat. Von Robert Ide

Hunderte Geflüchtete aus dem Iran sind nun in Berlin angekommen
Der Schriftzug Jin - Jiyan - Azadî („Frau - Leben - Freiheit“) erleuchtet am 13.12.2022 das Brandenburger Tor aus Solidarität zu den Demonstrationen im Iran. Imago/Future Image/B. Kriemann

Berlin leuchtet – wenn sich die Stadt solidarisch zeigt. Am Dienstagabend erstrahlte das Brandenburger Tor in den Farben und Zeichen der iranischen Revolution. Vor Ort war auch Hamid Nowzari, der mit dem „Verein Iranischer Flüchtlinge in Berlin“ gerade viele Freiheits- und Hilfesuchende betreut. „Ich gehe davon aus, dass einige hundert neue Geflüchtete in Berlin angekommen sind“, berichtet Nowzari am Checkpoint-Telefon. Bislang haben in diesem Jahr 5500 Menschen aus dem Iran einen Aufnahmeantrag in der Bundesrepublik gestellt, davon 1000 allein im November. „Fast alle fliehen aus politischen Gründen, denn die Islamisierung des Landes kriminalisiert ganze Gesellschaftsgruppen.“ Viele Frauen sind unter den Schutzsuchenden, ebenso Fotografinnen, Umweltschützer, auch Sportlerinnen und Künstler.

Die iranische Community in Berlin umfasst 20.000 Menschen, die Hälfte davon hat zwei Pässe. Nun gibt es viel Solidarität unter den eingewanderten Generationen. Nowzari, der selbst als Student nach Berlin kam, hat Hoffnung auf einen Umsturz in seiner Heimat. Die Brutalität des Regimes macht dem 64-Jährigen aber Sorgen – und die Handlanger des Regimes wollen ihm Angst machen. Drei Mal schon wurden Protestcamps in Berlin angegriffen. „Wir werden oft fotografiert und bedrängt.“ Zuversicht gibt ihm der wachsende Zuspruch. „Der Kopierladen um die Ecke lässt unsere Plakate kostenlos drucken, viele Menschen wollen uns helfen.“ In Berlin findet die Freiheit ein Zuhause.