Friedrichstraße: der wundersame Sinneswandel
Zurück zum Schrott – und damit in die Friedrichstraße: Von der angekündigten „Flaniermeile“ ist hier trotz ausgesperrter Autos nichts zu spüren, und Verkehrssenatorin Bettina Jarasch weiß auch warum: Wegen der Fahrräder – und die sollen deshalb auch noch weg. Interessant ist, wie sich mit dem Wechsel an der Spitze des Ressorts auch die Kommunikation verändert hat (obwohl der Sprecher immer noch derselbe ist): Die Straße sei „nicht das, was man sich von einem attraktiv gestalteten Stadtraum verspricht“, sagt Jarasch heute, und: „Der Radweg hat im Ergebnis verhindert, dass Fußgänger:innen den Raum wirklich genutzt haben.“ Noch im vergangenen Sommer klang das ganz anders. Da schwärmte die Senatsverwaltung von „noch mehr Aufenthaltsqualität“ wegen ein paar neuer Bänke, einige Grüne sahen paradiesische Zustände (hatten aber offenbar nur eine Vision). Tatsächlich verhindert der Radweg in der Mitte seit fast zwei Jahren, dass aus der Einkaufsstraße ein neuer Stadtraum entsteht. Tja, darauf hätte man vielleicht auch eher kommen können (und billiger). Demnächst wird der Radverkehr also durch die parallele Charlottenstraße geführt (Anlieger-Kfz frei), und die Autos stauen sich vor den Restaurants in der Markgrafenstraße. Einen Kommentar von mir dazu finden Sie im heutigen Tagesspiegel. Und was sagen Sie dazu?