„Zunehmende Verslumung“: Mieterprotest gegen verwahrloste Wohnungen am Alexanderplatz
Lärm, Vandalismus und Einbruch: Die Mieter in der Rathausstraße am Alexanderplatz streiten mit der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft WBM über die Verwahrlosung ihrer Wohnungen. Von Ann-Kathrin Hipp.
Vom Problem-Park zu den Problem-Passagen: Wer am Alex lebt, muss alles hinnehmen – oder wegziehen. So jedenfalls lesen sich die folgenden Zeilen der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) an die Bewohner:innen der Rathausstraße 7 & 9: „Die unmittelbare Citylage geht mit höheren Lärm- und Schmutzemissionen einher, das wurde letztlich auch durch den BGH anerkannt. Es liegt an jeder Mieter*in selbst zu entscheiden, wie sie/er diesen Zielkonflikt für sich auflösen will.“ Worum geht’s?
Seit Monaten streiten die Mieter:innen mit der WBM über Sicherheits- und Instandhaltungsprobleme. „Diese Gegend gehörte einmal zu den begehrten Wohngegenden in der City Ost. Heute droht eine zunehmende Verslumung“, heißt es u.a. in einem Sammelschreiben aus dem Juni, dass dem Checkpoint vorliegt. Konkret ist von Einbruch, Vandalismus, Bedrohung, Diebstahl und Verschmutzung durch Müll, Spritzen und Fäkalien die Rede. Durch die Gewerbeunternehmen und Arztpraxen sei der ungehinderte Zugang zu den Wohnbereichen fast rund um die Uhr möglich.
Die WBM beteuert auf Checkpoint-Anfrage: „Wir tun, was im Rahmen unserer Befugnisse und Möglichkeiten umsetzbar ist.“ Lärmhinweise würden verfolgt, Klingeln außerhalb der Geschäftszeiten abgeschaltet, Hinterlassenschaften entfernt, Schäden repariert und Unbefugte des Hauses verwiesen. Darüber hinaus bereite man ein Angebot für einen permanenten Wachschutz vor (in welchem Umfang sich Mieter:innen finanziell beteiligen müssen, werde „geprüft“). Man habe „einen Termin mit der Polizei, um die Möglichkeiten bautechnischer Kriminalprävention“ zu erörtern und vernetze sich „über die Stadtteilkoordination mit verschiedenen Institutionen“. Wir bleiben dran: Vielleicht lässt sich der „Zielkonflikt“ ja doch anders lösen.