Wer soll das Testen
„Man, ey!“ ist auch ein allseits eingeübter Aufschrei, wenn an den Schulen Briefe der Bildungsverwaltung reinflattern (Lernerfolg!). Der zuletzt versendete in Sachen Testpflicht hat allerdings mehr als nur einen Aufschrei verursacht: Protestbriefe, Beschwerden und verzweifelte Bitten erreichten uns in den vergangenen Tagen, weil die Kinder ab Montag zwei mal pro Woche in den Schulen getestet werden sollen. Die Eltern würden es gern selbst machen, die Schulen ungern, oder wenigstens: Selbst entscheiden. Was passiert mit einem Kind, wenn es vor den Augen der ganzen Klasse positiv getestet und isoliert wird? „Noch mehr Cybermobbing“, sagt eine Berliner Grundschullehrerin.
Nach den Lehrern haben sich gestern Abend auch die gesammelten Elternvertreter in einem Offenen Brief an die Bildungsverwaltung gewandt: „Ihre Entscheidung, die Antigen-Selbsttests für alle Schüler:innen verpflichtend zu gestalten, um an Präsenzangeboten teilnehmen zu können, ist richtig!", schreiben die Elternvertreter:innen an die Bildungssenatorin. Doch es sei dabei „wichtig zu bedenken, dass die Schulen vor Ort diejenigen sind, die ihre Schüler:innen sowie die Eltern am besten kennen“. Jede Schule solle selbst entscheiden, wo getestet wird. „Nie zuvor in der Krise haben sich so viele Schulgemeinschaften so entschlossen gegen eine Anweisung gestellt!“ Und wie wird es ihnen gedankt? Hmmm.