Pankows Bürgermeister Sören Benn bezweifelt Schulkonzept
Kritik an den neuen Corona-Maßnahmen kommt aus dem Rathaus des kinderreichsten Bezirks. Linken-Politiker Benn möchte, Schulen sollten nicht „einfach so weiterlaufen“. Von Robert Ide
Was die Bundeslandesregierungsrunde gestern beschlossen hat, muss nun jedes Bundesland ab heute in Verordnungen gießen. Der Senat verhandelt am Nachmittag, wie es weitergeht. Pankows Bürgermeister Sören Benn (Linke), der im heraufziehenden Herbst als einer der ersten einen planvollen Lockdown gefordert hatte, sieht die Bundesbeschlüsse skeptisch und pocht auf einen Gestaltungsspielraum des Landes, „den wir nutzen sollten“. Auf Checkpoint-Nachfrage sagte Benn am Mittwochabend: „Auch wenn das Maßnahmepaket deutliche logische Lücken hat, sein Zustandekommen überstürzt wirkt und insgesamt wenig planvoll erscheint, so entspricht es doch mindestens dem Anspruch des rechtzeitigen Handelns.“
Benn selbst hätte eher Shoppingmalls als Theater und Kinos geschlossen. Und dann ergänzt Pankows Bürgermeister noch mit Wucht einen wichtigen Zusatz aus Berlins kinderreichstem Bezirk: „Vor allem bin nicht überzeugt, dass wir die Schulen einfach so weiterlaufen lassen können. Dabei rede ich nicht von Schließungen, aber doch von Hybridbetrieb mit deutlicher Kontaktreduzierung.“ Es bleiben viele Hausaufgaben, vor allem für die Erwachsenen.