Auf gute Nachbarschaft: Wie Berlin sich digital vernetzt und organisiert

Auf der Plattform „nebenan.de“ können sich Berliner und Berlinerinnen zu Aktivitäten verabreden, Dinge teilen, verkaufen oder verschenken. Einige Bezirke sind aktiver als andere. Von Sönke Matschurek.

Auf gute Nachbarschaft: Wie Berlin sich digital vernetzt und organisiert
Foto: dpa / Jens Kalaene

Ist Berlin wirklich so anonym, wie es zuweilen wirkt? Dass Nachbarschaft auch digital organisiert werden kann, zeigt etwa die Plattform „nebenan.de“, auf der Nutzerinnen und Nutzer sich zu Aktivitäten verabreden und Dinge teilen, verkaufen oder verschenken können. Rund 900.000 Posts setzen die Berlinerinnen und Berliner jährlich ab. „Steglitz-Zehlendorf ist der aktivste Bezirk auf der Plattform“, berichtet CEO Philipp Witzmann dem Checkpoint, „fast viermal so aktiv wie Spandau“. In Friedrichshain-Kreuzberg werde im Verhältnis das meiste verschenkt, in Marzahn-Hellersdorf das meiste verkauft.

In der Adventszeit wurden in der Region mehr als 2200 Weihnachts-Aktionen inseriert. In Mahlsdorf etwa füllte Christiane mit Nachbarn einen „Sack voll Liebe“ – 53 handgepackte Geschenke, die am Nikolaustag in Hospiz und Pflegeheim verteilt wurden. Im Schillerkiez verabredete man sich zum Adventssingen, in Kladow packte eine Nachbarschaft Schuhkartons voller Tee, Schokolade und guter Worte für Wohnungslose. Und damit einsame Herzen an Heiligabend nicht allein sein müssen, lädt eine Frau in Potsdam zur Veranstaltung „Single Bells“ ein. Stadt, aber herzlich.