Junge Union setzt auf Fahrrad und Nahverkehr

Auch bei der anderen Union Berlin, der Jungen Union, spielen sie plötzlich auf das entgegengesetzte Tor. Der Landesvorstand beschloss kurz vor Pfingsten eine neue, für die CDU fast schon revolutionäre Verkehrswende: den Umstieg auf mehr Nah-, Fuß- und Radverkehr bis hinein in die glatt geteerten Schichten des Berliner Speckgürtels. „Ziel ist es, die Berliner von anderen Verkehrsmitteln als dem Auto zu überzeugen“, heißt es in dem Beschluss, der am Sonnabend vom digitalen CDU-Parteitag beraten werden soll. „Die autogerechte Stadt fordert in der Union schon lange keiner mehr“, glaubt JU-Landeschef Christopher Lawniczak sagen zu können. „Berlin wird in zehn Jahren knapp vier Millionen Einwohner zählen. Wenn jeder Einzelne mit dem Auto zur Arbeit fährt, erwartet uns ein großes Chaos.“ Mal sehen, wie lange diese Erkenntnis im politischen Stau stecken bleibt.

Dazu diese aktuelle Meldung aus der betonharten Realität des Berliner Straßenverkehrs: In der Petersburger Straße im Friedrichshain wurde am Mittwochmittag eine Radfahrerin von einem rechts abbiegenden Betonmischer überrollt; die 62-Jährige erlag ihren Verletzungen. Hinten trägt der Laster das Schild „Gefahrenbereich – Vorsicht beim Rechtsabbiegen des Fahrzeugs“.