Berlins Verwaltung achtet bei digitalen Notlösungen kaum auf Datenschutz

Unter Corona leidet auch die Datensicherheit in Behörden. Vielfach kommen wenig sichere Standard-Angebote zum Einsatz. Die Datenschutzbeauftragte schlägt Alarm. Von Anke Myrrhe

Berlins Verwaltung achtet bei digitalen Notlösungen kaum auf Datenschutz
Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Im Test befindet sich ja gerade auch die digitale Gesellschaft – ein Problem, das sich in vielen Bereichen Berlins allerdings nur noch mit dem alten MS-Dos-Befehl „format C:“ lösen lässt (Selbstzerstörung der Festplatte). Die wirklich nicht zu beneidende Datenschutzbeauftragte  Maja Smoltczyk versucht es positiv zu drehen und forderte gestern, als Lehre aus der Krise den konsequenten Ausbau digitaler Arbeitsmöglichkeiten voranzutreiben. Wünschenswert sei dabei, dass zum Beispiel das Land Dienste für Videokonferenzen und E-Learning selbst vorantreibe. Zur Sicherstellung des Betriebs sei häufig „auf Dienste zurückgegriffen worden, die datenschutzrechtlich nicht akzeptabel seien“.
 
Offenbar handelt es sich dabei vor allem um Whatsapp und Zoom. Beide Dienste werden derzeit häufig benutzt, obwohl die Datenschutzbeauftragte ganz klar davon abrät. Gesundheitssenatorin Kalayci hatte kürzlich im Plenum unbedarft erzählt, dass sie via Whatsapp mit dem Ärztekammerpräsidenten kommuniziere. Das größere Problem liegt aber offenbar woanders: nämlich im völlig unterdigitalisierten  Bildungsbereich. Weitere ungeschützte Details gibt es dazu morgen von Tagesspiegel-Chefdatenschützer Robert Kiesel (wenn Sie möchten sogar sicher ausgedruckt am Kiosk oder im E-Paper).