Nach der US-Wahl: Trumps peinlicher Abgang
Wir bleiben kurz in den US of A:
Vor vier Jahren hatten wir hier aus gegebenem Anlass schon einmal in unseren alten Schulwörterbüchern geblättert („Langenscheidt“ v. 1977): Unter „trump“ steht da u.a. „erdichten“, „erschwindeln“, „sich aus den Fingern saugen“, und „trumpery“ ist mit „Plunder“, „Ramsch“, „Schund“ sowie „Gewäsch“ und „Quatsch“ übersetzt. „Trumpery arguments“ sind demnach „nichtssagend“, und in diesem Punkt hat der US-Präsident gehalten, was sein Name verspricht.
Ok, und vier Jahre später schauen wir aus wiederum gegebenem Anlass nochmal nach (diesmal ins „Oxford Advanced Learner’s Dictionary“) – und stellen fest: Besser lässt sich die vergangene Woche nicht zusammenfassen.
1) „trump sth up“: „to make up a false story about sb/sth, espacially acusing them of doing sth wrong.“ Und tatsächlich (I): Für Trumps Wahlfälscher-Geschichte findet sich kein Beleg, seine Beschuldigungen laufen ins Leere.
2) „bide (old use)“: „to wait for the right time to do sth.“ Und tatsächlich (II): Joe Biden (old man, old use) hat mit seiner Siegesrede so lange gewartet, bis die Zeit reif war und es an seinem Sieg keine Zweifel mehr gab.
Davon abgesehen gilt natürlich auch im Checkpoint ab sofort wieder die alte Regel: No name jokes.
Am Sonnabend hatte Trump noch eine Pressekonferenz seines Anwalts Rudy Giuliani im „Four Seasons“ in Philadelphia angekündigt – gemeint war dann aber doch nur der Parkplatz vor einer gleichnamigen Landschaftsgärtnerei, die zwischen einem Dildo-Shop und einem Krematorium liegt. Und damit ist über das Ende der Ära Trump für heute eigentlich alles gesagt (jedenfalls im Checkpoint – mehr erfahren Sie laufend und top-aktuell auf tagesspiegel.de).