Hier rockte Springsteen Ost-Berlin: Wie die Radrennbahn Weißensee jetzt saniert wird
Dort, wo einst Bruce Springsteen das größte Konzert seiner Karriere gab, sind heute diverse Sportarten beheimatet. Die dringend notwendige Sanierung ist teuer. Von Robert Ide
Back in the Summer of ’88. Damals im Juli rockte Bruce Springsteen in Ost-Berlin und sprengte mit E-Gitarren die politischen Mauern der Stadt. „Born in the USA“ sang er mit Hunderttausenden in der Hauptstadt der GDR – auf der dafür geräumten Radrennbahn Weißensee (zu sehen hier). Heute wirkt das Gelände an der Rennbahnstraße etwas vergessen. Vor verrosteten Toren erinnert nur ein Relief an den Sport (zu sehen hier). Eine Dankestafel für das legendäre und auch in Springsteens Karriere größte Konzert (zu sehen hier) ist verschollen, die Tribünen der Radrennbahn sind abgerissen. Verlassen sind die weitläufigen Sportanlagen aber nicht.
Rad wird hier nicht mehr gefahren. Dafür spielen drumherum Kinder Hockey und Jugendliche Fußball, es gibt einen Bogenschießplatz und sogar einen Baseballklub. Nebenan macht eine Tobewelt auch im Sommer Krach und im Pflanzenmarkt an der Ecke gibt’s Winterblüher im Angebot. Vor dem einstigen Eingang der Rennbahn wird gerade eine neue Schule errichtet. „Hier draußen ist vielfältiger Sport zu Hause und so soll es auch bleiben“, erzählt Christine Festbaum von den „Roadrunners Berlin“ am Checkpoint-Telefon. „Wir sind der einzige Baseballklub im Osten Berlins und brauchen unsere beiden Felder.“ So könne auch die USA in Weißensee weiterleben.
Und was wird aus Berlins einst berühmter Rennbahn? „Der Zustand der Anlage Rennbahnstraße ist sanierungsbedürftig“, räumt das Bezirksamt Pankow auf Checkpoint-Nachfrage ein. Stück für Stück wird das Gelände nun saniert. Laut Sportentwicklungsplan des Bezirks (nachzulesen hier) ist das aber teuer und langwierig: „Einer der größten Kostenfaktoren bis 2035 stellt die Sanierung der Kampfbahn mit einem strukturbeschichteten Kunststoffbelag dar. Aufgrund des aktuellen Bauzustandes der Anlage wird eine Sanierung im Zeitraum bis 2023 empfohlen und dafür ein Investitionsvolumen von rund 700.000 Euro prognostiziert.“ Sport ist teuer. Keine Sportplätze zu haben, für eine Gesellschaft am Ende aber noch teurer. Oder wie Bruce Springsteen singt: „Baby, we were born to run.“