Pompös pauken in Kanada: Berlins Bildungsstaatssekretärin übernachtet in Luxushotels
Reisen bildet bekanntlich – das gilt auch für die Verwaltung. Staatssekretärin Christina Henke aus dem Hause Günther-Wünsch (CDU) kommt in Kanada recht feudal unter: Ab 150 Euro pro Nacht. Von Lotte Buschenhagen, Anke Myrrhe und Lorenz Maroldt
Mit Luxus kennt man sich bei der CDU ebenfalls bestens aus. Und angesichts der harten Realität im Berliner Bildungswesen muss da etwas Zerstreuung doch wirklich erlaubt sein, finden Sie nicht auch? Praktisch, wenn man das Ganze mit einer Bildungsreise verbinden kann. Sie erinnern sich: Staatssekretärin Christina Henke ist auf Einladung der Wübben-Stiftung sieben Tage durch Kanada gereist, „um Anregungen und Impulse für die datengestützte Schulentwicklung zu bekommen, die sich auch auf Schulen in Deutschland übertragen lassen“ (CP vom 4.10.).
Was sie dabei gelernt hat, konnte uns die Bildungsverwaltung gestern nicht mitteilen, denn derzeit hat man andere Sorgen. Auch die Reisekosten rechnet man derzeit noch aus (wir verkneifen uns jetzt die Mathe-Witze). Dass recht feudal gehaust wurde, geht allerdings bereits aus einer Liste der Wübben-Stiftung hervor (die die Rechnung nicht bezahlt):
+ Fairmont Hotel Macdonald in Edmonton (bei Google mit dem Zusatz „Luxus-Hotel in Edmonton“ geführt), Zimmer ab circa 190 Euro pro Nacht.
+ The Malcom Hotel in Canmore („A Canmore Luxury Hotel“, mit Außenpool, Whirlpools, Grillmöglichkeiten und Blick auf die Three Sisters in den kanadischen Rocky Mountains), Zimmer ab etwa 300 Euro pro Nacht.
+ Calgary Marriott Downtown Hotel (Dachterrasse mit Blick über Calgary), Zimmer ab 150 Euro pro Nacht.
Mit dabei waren übrigens auch 13 andere führende Bildungsmenschen aus ganz Deutschland, unter anderen der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Jens Brandenburg (FDP), und Karin Prien, Bildungsministerin in Schleswig-Holstein und stellvertretende CDU-Vorsitzende. Mal sehen, ob die Rechnung am Ende aufgeht.