„Mickey 17“ ist das diesjährige Highlight: Berlinale-Chefin Tricia Tuttle im Interview

Die neue Leiterin des Filmfestivals über dessen Vergangenheit und Zukunft, die Vor- und Nachteile vom Potsdamer Platz und ihre persönlichen Favoriten in diesem Jahr. Von Robert Ide.

„Mickey 17“ ist das diesjährige Highlight: Berlinale-Chefin Tricia Tuttle im Interview
Foto: dpa / Jens Kalaene

Bevor sie heute Abend Ehrenbär-Preisträgerin Tilda Swinton (Würdigung hier) und Eröffnungsfilm-Regisseur Tom Tykwer (Interview hier) sowie deutsche Filmstars wie Fatih Akin oder Meret Becker auf dem Roten Teppich begrüßt, hat uns die neue Berlinale-Leiterin Tricia Tuttle gestern noch ein kurzes Interview gegeben. Die 55-Jährige, die zuletzt das Londoner Filmfest erfolgreich öffnete, erzählt im Checkpoint-Gespräch, auf was sie sich in Berlin am meisten freut.

Frau Tuttle, wie gefällt Ihnen der Potsdamer Platz?

Der Potsdamer Platz hat lange Zeit sehr gut funktioniert. Mit der Schließung vieler Kinos und den Baustellen hatte das Festival lange zu kämpfen. Aber jetzt können wir den Potsdamer Platz als Ort der Kommunikation wieder stärken und ihm neue Energie geben. Im neuen Festivalzentrum vor dem Berlinale-Palast wollen wir unserem Publikum spannende Veranstaltungen bei freiem Eintritt bieten und einen Begegnungsraum für die Profis schaffen. Und mit dem Blue-Max-Theater gibt es in diesem Jahr ein zusätzliches Kino am Platz. Wir sind auf einem guten Weg.

Wie muss sich die Berlinale noch verändern, damit sie auch in 75 Jahren lebt?

Unsere Vergangenheit ist Teil unserer Gegenwart und Zukunft. Mit dieser Grundhaltung feiern wir diesen besonderen Geburtstag. Die Berlinale war immer ein großes Publikumsfestival, das ist unsere Superkraft. Gleichzeitig ist sie sehr wichtig für die internationale Filmindustrie. Diese besondere Kombination müssen wir auch in Zukunft beibehalten. Das Festival sollte weiterhin auf seine Tradition setzen, neugierig auf Entdeckungen sein und das gemeinsame Kinoerlebnis feiern.

Auf welchen Film freuen Sie sich besonders?

Natürlich liegt mir jeder Film am Herzen, ist einzigartig in seiner Sprache und mit seinem Blick auf die Welt. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist sicherlich „Mickey 17“. Der erste Film von Bong Joon-ho nach „Parasite“ wird weltweit mit Spannung erwartet. Ich freue mich, ihn und seine Schauspieler Robert Pattinson, Naomi Ackie, Steven Yeun und Toni Collette auf der Berlinale zu empfangen. Das Warten hat sich gelohnt. Denn auch dieser Film ist unglaublich fantasievoll und verspielt.