Poller mehrfach gestohlen: So wird die neue Fahrradstraße in Schöneberg sabotiert
Seit kurzem ist die Monumentenstraße in Schöneberg eine Fahrradstraße, doch wurden bereits zum wiederholten Mal die Begrenzungspoller entfernt und somit Durchfahrten geöffnet. Von Anke Myrrhe und Sönke Matschurek.
Weniger intelligent sind Menschen, die Poller klauen. Seit kurzem ist die Monumentenstraße in Schöneberg eine Fahrradstraße, doch obwohl hier und auf der gesamten Strecke inklusive Langenscheidtstraße Autos großflächig toleriert werden (heißt: bis auf ein paar Parkplätze weniger hat sich nichts geändert), sind offenbar nicht alle einverstanden. „Bereits ein oder zwei Tage nach dem Einbau wurden zwei Poller geklaut“, berichtet CP-Leser Philipp Keller. Sie seien am 15.11. ersetzt worden, fehlten am Tag drauf erneut, wurden ersetzt, seit Sonntag fehlen direkt alle drei. Die Durchfahrt Richtung Kolonnenstraße (die an anderer Stelle seit Jahren verpollert war) sei nun „durchgehend offen“ und werde von Autos rege genutzt.
Einen der 200 Euro teuren Poller habe das Bezirksamt in einer Baumscheibe gefunden, sagt Bezirksstadträtin Saskia Ellenbeck (Grüne). „Da es sich hierbei um die Entwendung von angeordneten Verkehrseinrichtungen handelt“, werde das Vergehen nicht nur als Diebstahl, sondern auch als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr zur Anzeige gebracht. Nun prüfe man, ob es Alternativen zu den leicht demontierbaren Steckpollern gibt.
Vielleicht könnte das Bezirksamt in diesem Zusammenhang auch gleich prüfen, wie viele Menschen seit der Umgestaltung die Einbahnstraße auf der Langenscheidtbrücke respektieren (gefühlt: 0) und wissen, wie schnell man in einer Fahrradstraße fahren darf (30 km/h, gefühlt: 60). Denn so wie jetzt ist die neue Verkehrssituation maximal verwirrend und gefährlicher als je zuvor.