Rave the Planet hinterlässt Scherben und macht Entschuldigung nötig

Zu wummerndem Techno zogen am Samstag Scharen von Ravern bei der Lovepara… – beim „Rave the Planet“-Umzug durchs Berliner Zentrum. 200.000 Menschen sollen laut Polizei bei der „Demonstration“ dabei gewesen sein. Das aktuelle Neunziger-Revival hat damit seinen Höhepunkt erreicht. Gut damit leben könnten wohl alle Radfahrer, die nach dem Groß-Rave über die flächendeckend entlang der Strecke zurückgebliebenen Glassplitter kaputter Bierflaschen fahren mussten.

Für einen Scherbenhaufen sorgte auch Veranstalter und Geburtstagskind Dr. Motte (62) selbst, indem er beim Umzug das Symbol der von „Querdenkern“ organisierten Freedom Parade hochhielt. „Ich wusste das nicht. Ich entschuldige mich“, schrieb der DJ gestern auf Twitter. Die Verwechslung sei ihm „mega-peinlich“ sagte eine Sprecherin. Mega-peinlich war Dr. Motte zuweilen auch schon früher. Etwa als er Ordnungsamtsmitarbeiter mit „Heil Hitler“ angepöbelt haben soll, ein „Ende der schwulen Politik“ verlangte, oder „alle Juden der Welt“ aufrief, „sie sollen doch mal eine neue Platte auflegen und nicht immer nur rumheulen“. Entschuldigt hat er sich danach immer. Aber auch einem Rave-Veteran ist nicht verboten nachzudenken, bevor er etwas macht. Sonst ist man eher ein Fall für die Mottenkiste.